Ein Austauschmotor ist ein gebrauchter Motor, bei dem verschlissene und beschädigte Teile gegen neue oder überholte ersetzt wurden. Er soll sich danach wie ein neuer Motor verhalten, bei Leistung, Laufruhe und Verbrauch. Nach einem schweren Motorschaden ist er oft der Mittelweg zwischen der teuren Instandsetzung des eigenen Motors und einem billigen Gebrauchtmotor mit ungewisser Vorgeschichte.
Dieser Artikel erklärt die Begriffe, die beim Motorkauf durcheinandergehen, nennt Preise aus mehreren Quellen und hilft bei der Frage, ob sich der Tausch bei Ihrem Auto noch lohnt.
Die drei Wege nach einem Motorschaden
| Weg | Was passiert | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| eigenen Motor instand setzen | Motor wird zerlegt, Kolben, Zylinder, Kopf und Kurbeltrieb überholt | junge Autos, Oldtimer mit passender Motornummer |
| überholter Austauschmotor | Motor vom Instandsetzer, defekte und verschlissene Teile ersetzt | Autos im mittleren Alter, die noch Jahre fahren sollen |
| Gebrauchtmotor | Motor aus einem anderen Auto, meist nur auf Funktion geprüft | ältere Autos mit absehbarer Restlaufzeit |
Instandsetzung des eigenen Motors: Technisch lässt sich fast alles reparieren, die Frage ist die Wirtschaftlichkeit. AUTO BILD rechnet mit rund 100 Euro pro Stunde in einem Fachbetrieb. Ein gewöhnlicher Vierzylinder braucht etwa drei Tage Arbeit, das sind 2.400 Euro ohne Teile. Mit vier neuen Kolben, neu gebohrten Zylindern, überholtem Zylinderkopf und Kurbeltrieb liegt so ein Motor fertig eingebaut bei rund 5.000 Euro. Das lohnt sich vor allem bei jungen Autos, oder bei Oldtimern, deren Wert davon abhängt, dass Motor- und Fahrgestellnummer zusammenpassen (AUTO BILD).
Überholter Austauschmotor: Große Instandsetzer überholen Motoren in Serie und haben viele am Lager. Bei einem generalüberholten Motor werden alle beschädigten Teile und Verschleißteile getauscht, zum Beispiel Zylinderkopfdichtung und Pleuel, und der Zylinderkopf wird plangeschliffen. Anfällige Teile ersetzen Instandsetzer häufig durch langlebigere (repareo). Gegenüber einem neuen Austauschmotor lassen sich so häufig bis zu 50 Prozent sparen.
Gebrauchtmotor: Er ist der billigste Weg, aber auch der unsicherste. Meist wird nur geprüft, ob der Motor läuft, Verschleißteile werden selten getauscht. Für Autos, die noch viele Jahre fahren sollen, ist er laut repareo normalerweise keine Option, kann aber ein fast ausgedientes Auto noch eine Weile mobil halten.
Teil-, Teilkomplett- oder Komplettmotor?
Beim Austauschmotor unterscheidet man nach dem Lieferumfang (AUTO BILD):
- Teilmotor: Kurbelgehäuse mit Kolben und Kurbelwelle samt Lagern, aber ohne Zylinderkopf und Dichtungen. Er ist am günstigsten, die Werkstatt muss aber Zylinderkopf und meist Ölwanne montieren.
- Teilkomplettmotor: Der überholte Zylinderkopf sitzt schon drauf, meist auch alle Wellendichtringe. Die Werkstatt baut nur noch Nebenaggregate wie Wasserpumpe, Lichtmaschine und Klimakompressor an. Oft die bessere Wahl, weil weniger Arbeitszeit anfällt.
- Komplettmotor: mit allen Nebenaggregaten. Im freien Handel selten.
Was ein Austauschmotor kostet
AUTO BILD hat die Preise für einen VW Golf VI mit 1,6-Liter-Benziner verglichen, jeweils ohne Einbau:
| Variante | Preis |
|---|---|
| Teilmotor vom freien Instandsetzer | etwa 1.200 Euro |
| Teilkomplettmotor vom freien Instandsetzer | etwa 2.000 Euro |
| Teilmotor in der VW-Vertragswerkstatt | 2.000 Euro |
| Teilkomplettmotor in der VW-Werkstatt im Austausch | 4.500 Euro |
| Teilkomplettmotor in der VW-Werkstatt neu | 7.300 Euro |
Quelle: AUTO BILD, abgerufen am 07.11.2026. Der Artikel nennt kein Datum, die Preise sind älter und heute eher höher.
Bei größeren Motoren wird es deutlich teurer. Ein neuer Austauschmotor vom Hersteller kann laut repareo schon bei Mittelklasse-Kombis wie dem Citroën C5 oder bei Transportern wie dem VW T5 schnell über 10.000 Euro kosten (repareo). Dazu kommen der Einbau sowie Öl, Kühlmittel, Dichtungen und die Teile, die vom alten Motor nicht übernommen werden können.
Was ein Motor für Ihr Auto kostet, erfahren Sie am besten mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer: Damit kann die Werkstatt oder der Instandsetzer den genauen Motortyp bestimmen.
Vorsicht bei „ATM ab 599 Euro“
Im Internet werben viele Händler mit sehr günstigen „Austauschmotoren“. AUTO BILD warnt: Das sind meist Gebrauchtmotoren, oft aus Unfallautos, die als solche gekennzeichnet sein müssten. Ein echter Austauschmotor ist überholt, ein Gebrauchtmotor nur ausgebaut (AUTO BILD). Fragen Sie deshalb immer:
- Wurde der Motor überholt, und welche Teile genau wurden ersetzt?
- Wie hoch ist die Laufleistung, und gibt es einen Nachweis?
- Welche Gewährleistung oder Garantie gibt es, und unter welchen Bedingungen?
- Wird ein Altteil zurückverlangt, und gibt es dafür ein Pfand?
repareo rät, den Austauschmotor über die Werkstatt zu beziehen. Werkstätten arbeiten meist seit Jahren mit ihren Lieferanten zusammen und können einen Motor mit Garantie besorgen. Bei Privatangeboten und unbekannten Shops wissen Sie dagegen oft nicht, woher der Motor kommt (repareo).
Gewährleistung und Garantie
Laut AUTO BILD müssen gewerbliche Verkäufer für gebrauchte Motoren zwölf Monate einstehen, seriöse Instandsetzer geben meist zwei Jahre. Das gilt aber nur, wenn eine Fachwerkstatt den Motor einbaut. Wer selbst schraubt, verliert die Gewährleistung meist. Die Frist beginnt mit dem Rechnungsdatum, nicht mit dem Einbau (AUTO BILD).
Hat das Auto noch Werksgarantie, deckt sie Motorschäden in der Regel ab, sofern die Wartungsintervalle eingehalten wurden. Dann sollte ein Vertragshändler die Reparatur abwickeln. Bei Gebrauchtwagenversicherungen sinkt die Erstattung mit der Laufleistung: AUTO BILD nennt jenseits von 100.000 Kilometern 40 Prozent oder weniger. Den Rest zahlen Sie selbst.
Muss der Motor eingetragen werden?
Wird derselbe Motortyp eingebaut, ändert sich am Fahrzeug nichts. Wird ein anderer Motor eingebaut, der für das Modell aber üblich ist, fallen für die Eintragung laut repareo normalerweise 40 bis 120 Euro an. repareo rät, vorab bei einer Prüfstelle nachzufragen (repareo).
Lohnt sich der Austauschmotor?
AUTO BILD teilt die Halter grob in drei Gruppen ein (AUTO BILD):
- Neuwagen mit Werksgarantie: Die Garantie zahlt, der Vertragshändler wickelt ab.
- Autos im besten Alter, Garantie abgelaufen: Freie Werkstätten mit niedrigeren Stundensätzen bauen je nach Zustand einen Austauschmotor oder einen gebrauchten Motor ein.
- Low-Budget-Autos mit absehbarer Restlaufzeit: Ein günstiger Gebrauchtmotor hält sie am billigsten mobil.
Ein Punkt wird oft übersehen: Ein neuer Motor steigert den Wert des Autos kaum. Viele Gebrauchtwagenkäufer reagieren eher skeptisch auf Autos mit getauschtem Motor (AUTO BILD). Wer also plant, das Auto bald zu verkaufen, bekommt die Kosten für den Motor beim Verkauf meist nicht zurück.
Rechnen Sie deshalb so: Wert des Autos mit funktionierendem Motor minus Kosten für Austauschmotor und Einbau, verglichen mit dem, was Sie für das Auto mit Motorschaden bekommen. Liegt die Differenz nahe null, ist der Verkauf mit Motorschaden oft die bessere Wahl. Bedenken Sie außerdem, was sonst am Auto ansteht: Getriebe, Kupplung, Rost oder die nächste Hauptuntersuchung. Unser Rechner „Reparieren oder verkaufen?“ macht das mit Ihren eigenen Zahlen.
Was vor dem Motortausch geklärt sein sollte
Ein Austauschmotor hilft nur, wenn die Ursache des alten Schadens beseitigt ist. Ist der Motor wegen Überhitzung, Ölmangel oder einer gerissenen Steuerkette gestorben, müssen Kühlsystem, Ölversorgung oder Steuertrieb mit geprüft werden. Sonst erleidet der neue Motor dasselbe Schicksal. Fragen Sie die Werkstatt, was sie als Ursache festgestellt hat und was sie dagegen unternimmt.
Quellen
Stand: November 2026, Preise abgerufen am 07.11.2026.
- AUTO BILD: Austauschmotor beim Motorschaden – Instandsetzungskosten, Teil-/Teilkomplett-/Komplettmotor, Preise Golf VI, Gebrauchtmotoren, Gewährleistung, Entscheidungshilfe
- repareo: Austauschmotor – Arten, Generalüberholung, Preise neuer Austauschmotoren, Eintragung



