Der Zahnriemenwechsel ist eine der teureren Wartungsarbeiten, aber eine der wichtigsten: Reißt der Riemen, ist bei den meisten Motoren der Motor kaputt. Was der Wechsel kostet, hängt fast nur vom Motor ab. Bei gängigen Autos liegen die Preise nach Angaben von Werkstattportalen meist zwischen 300 und 1.300 Euro. Ob die Wasserpumpe mitgetauscht wird, macht einige Hundert Euro Unterschied.

Hier stehen Preisbeispiele nach Modell, die Wechselintervalle laut ADAC, was zum Wechsel gehört und warum Sie den Termin nicht verschieben sollten. Was der Riemen im Motor macht und worin er sich von der Kette unterscheidet, steht unter Steuerkette oder Zahnriemen.

Kosten nach Modell

Gesamtkosten in Berliner Werkstätten (repareo)

ModellKosten
Opel Astra 1.7 CDTI, 81 kW (2009)301 – 496 Euro
Škoda Octavia 2.0 TDI, 103 kW (2008)372 – 743 Euro
VW Golf 1.4 TSI, 90 kW (2013)411 – 1.092 Euro
VW Tiguan 2.0 TDI, 103 kW (2009)504 – 1.042 Euro
Audi A4 2.0 TDI 16V, 125 kW (2010)620 – 1.334 Euro
VW Passat 2.0 TDI DPF, 125 kW (2009)665 – 1.287 Euro

Quelle: repareo, abgerufen am 07.11.2026. Die Preise beziehen sich auf Werkstätten im Raum Berlin.

Mit und ohne Wasserpumpe (FairGarage)

Die Werkstattvermittlung FairGarage nennt durchschnittliche Einstiegspreise inklusive Mehrwertsteuer, einmal mit, einmal ohne Wechsel der Wasserpumpe:

Modellohne Wasserpumpemit Wasserpumpe
Alfa Romeo Giulietta (191)ab 305 Euroab 440 Euro
Fiat 500 (150)ab 330 Euroab 485 Euro
Opel Zafira Bab 395 Euroab 685 Euro
Renault Clio 3ab 435 Euroab 740 Euro
Seat Ibiza (6L)ab 500 Euroab 605 Euro
Ford Fiesta (CCN)ab 545 Euroab 835 Euro
Škoda Octavia Combi (5E)ab 570 Euroab 900 Euro
Audi A3 Sportback (8PA)ab 575 Euroab 760 Euro
VW Golf 6 (5K)ab 600 Euroab 750 Euro

Quelle: FairGarage, Stand des Reviews 26.06.2026, abgerufen am 07.11.2026.

Der Aufpreis für die Wasserpumpe liegt in diesen Beispielen zwischen gut 100 und knapp 300 Euro.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

FairGarage schlüsselt die Posten so auf:

  • Arbeitszeit: 2 bis 4 Stunden für den Zahnriemenwechsel
  • Zahnriemen-Satz in Originalqualität mit Spann- und Umlenkrolle: ab 80 Euro
  • Wasserpumpen-Satz, wenn nötig: 100 bis 400 Euro
  • Kühlflüssigkeit, wenn die Wasserpumpe getauscht wird: etwa 10 Euro pro Liter

Quelle: FairGarage.

Wie beim Motor allgemein gilt: Das Material ist nicht der Kostentreiber, die Arbeit ist es. Je mehr Teile um den Motor herum im Weg sind, desto länger dauert der Wechsel. Ältere Autos bekommen den neuen Riemen teils für wenige Hundert Euro, bei neueren Modellen kann es in die Tausende gehen (ADAC). Muss der Motor für den Wechsel abgesenkt oder ganz ausgebaut werden, wird es laut auto motor und sport schnell vierstellig (auto motor und sport).

Den zweiten großen Unterschied machen die Stundensätze, die laut repareo in Deutschland zwischen 40 und 200 Euro liegen. Werkstätten in teuren Innenstadtlagen müssen höhere Kosten decken als Betriebe auf dem Land (repareo). Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich deshalb, solange Sie gleiche Leistungen vergleichen: mit oder ohne Wasserpumpe, Originalteile oder Nachbauteile.

Was beim Wechsel getauscht wird

Gewechselt wird nie nur der Riemen. In der Regel erneuert die Werkstatt auch die Spannrolle, die Umlenk- oder Führungsrollen und je nach Modell die Wasserpumpe (ADAC). Der Grund: Rollen und Pumpe sind ebenfalls Verschleißteile. Fällt eine Rolle kurz nach dem Wechsel aus, kann sie den neuen Riemen zerstören. Fällt die Pumpe aus, muss der ganze Riementrieb noch einmal zerlegt werden, und die Arbeitszeit fällt ein zweites Mal an (repareo).

Treibt der Zahnriemen die Wasserpumpe nicht an, weil sie über einen separaten Keilrippenriemen läuft, ist ihr Wechsel nicht zwingend. Moderne Motoren sind teils so gebaut, um den Zahnriemen zu entlasten (FairGarage).

Selbst wechseln? Der ADAC weist darauf hin, dass der Wechsel Erfahrung und oft Spezialwerkzeug verlangt. Schon ein Versatz um einen Zahn verändert die Steuerzeiten und kann einen Motorschaden verursachen (ADAC). Für die meisten Halter ist die Werkstatt die sichere Wahl.

Wann der Zahnriemen gewechselt werden muss

Das Intervall legt der Hersteller fest, meist in Kilometern und in Jahren. Es gilt, was zuerst eintritt. Die Jahresgrenze ist wichtig, weil Gummi auch dann altert, wenn das Auto kaum fährt. Laut ADAC reichen die Intervalle von 60.000 bis 240.000 Kilometern, und je älter das Auto, desto kürzer meist das Intervall. Beispiele aus der ADAC-Tabelle:

Modell und MotorBaujahreIntervall kmIntervall Jahre
VW Golf IV 1.9 TDI (VEP)1997–200060.000–
Citroën C3 1.2 PureTech (Riemen im Ölbad)2018–2023120.0006
Fiat 500 1.2 8V2007–2020120.0006
Nissan Qashqai 1.5 dCi2014–2018150.0006
Opel Mokka 1.6 EcoFlex2012–2018150.0006
Renault Clio 1.2 16V 752012–2018150.0006
Peugeot 308 1.6 HDi2014–2018180.00010
Mercedes A 180 dab 2018200.00010
Škoda Octavia 2.0 TDI2013–2019210.000–
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost (Riemen im Ölbad)2019–2024240.00010
VW Golf VII 1.5 TSI2017–2020240.000–

Quelle: ADAC, Stand 04.04.2025.

Das Intervall für Ihr Auto steht im Serviceheft oder im Wartungsplan des Herstellers. Hersteller passen Intervalle manchmal nachträglich an, BMW etwa setzte sie beim Vierzylinder M40 aus den 90er-Jahren auf 40.000 Kilometer herab (auto motor und sport). Fragen Sie bei älteren Autos deshalb in der Werkstatt nach dem aktuellen Stand.

Unklarer Wechselstand bei einem Gebrauchtwagen: Bei scheckheftgepflegten Autos sollte der Wechsel im Rahmen der Wartung erfolgt sein (ADAC). Lässt er sich nicht belegen, ist ein vorsorglicher Wechsel die günstigere Wahl, verglichen mit dem Risiko.

Was passiert, wenn der Zahnriemen reißt

Reißt der Riemen, geraten die Steuerzeiten durcheinander, und die Ventile können mit den Kolben kollidieren. Die Folge sind Abdrücke in den Kolben oder gebrochene Ventile. Meist sind die Schäden so teuer, dass ein neuer Rumpfmotor fällig wird (ADAC). Nur bei sogenannten Freiläufern passiert nichts, weil die Ventile genug Abstand zu den Kolben haben. Diese Motoren sind laut ADAC heute nahezu verschwunden.

Ein Riss passiert meist während der Fahrt: Der Motor geht schlagartig aus und lässt sich danach nicht mehr starten. Versuchen Sie dann keine weiteren Starts, jeder Startversuch kann weitere Ventile beschädigen. Rufen Sie den Pannendienst und lassen Sie das Auto in die Werkstatt schleppen. Was die Werkstatt dann prüft und welche Möglichkeiten Sie haben, steht auf unserer Startseite zum Motorschaden.

Was danach kommt, hängt vom Alter des Autos ab. Bei einem jüngeren Auto kann sich die Instandsetzung oder ein Austauschmotor lohnen. Bei einem älteren Auto übersteigen die Kosten oft den Wert. Dann ist der Verkauf mit Motorschaden häufig die bessere Lösung.

Zahlt eine Versicherung den Wechsel oder den Schaden?

Den Wechsel selbst nicht, er ist Wartung. Auch für einen Motorschaden nach einem gerissenen Riemen zahlt die Kasko meist nicht: Nach den Musterbedingungen des GDV sind Schäden, die allein durch Abnutzung, Materialermüdung oder Überbeanspruchung entstehen, keine Unfallschäden (GDV, AKB 2015, A.2.2.2.2). Hat eine Werkstatt den Riemen kurz zuvor gewechselt und reißt er dann, kann die Werkstatt haften. Bewahren Sie Rechnungen deshalb auf, und lassen Sie sich bei einem solchen Schaden beraten, bevor Sie den Motor reparieren lassen.

Quellen

Stand: November 2026, Preise abgerufen am 07.11.2026.