Einen festen Preis für ein Auto mit Motorschaden gibt es nicht, und wir nennen bewusst keine Pauschalwerte. Was Ihr Auto noch wert ist, hängt am Modell, am Schaden und am Zustand des übrigen Autos. Sie können es aber selbst eingrenzen, mit drei Zahlen:

  1. dem Wert des Autos ohne Schaden,
  2. den Reparaturkosten laut Angebot,
  3. dem besten Angebot für das Auto im jetzigen Zustand.

Mit diesen Zahlen beantworten Sie auch die eigentliche Frage: reparieren oder verkaufen? Der Rechner weiter unten rechnet das mit Ihren Eingaben durch. Er nutzt keine eigenen Preisdaten und speichert nichts.

Wert, Restwert, Wiederbeschaffungswert: die Begriffe

BegriffBedeutung
Wert ohne Schadenwas ein vergleichbares Auto mit funktionierendem Motor heute erzielt
WiederbeschaffungswertPreis, den Sie für ein gleichwertiges gebrauchtes Auto zahlen müssten
RestwertVerkaufswert des Autos im beschädigten Zustand

Die Begriffe Wiederbeschaffungswert und Restwert stammen aus dem Versicherungsrecht und sind in den Musterbedingungen der Kfz-Versicherer so definiert (GDV, AKB 2015, A.2.5.1.6 und A.2.5.1.7). Für Ihre Entscheidung reicht es, den Wert ohne Schaden und den Restwert zu kennen.

Von einem kapitalen Motorschaden spricht man, wenn die Reparatur mehr kostet als der Restwert des Autos (repareo). Dann ist der Verkauf mit Schaden häufig die wirtschaftlichere Wahl.

Schritt 1: Den Wert ohne Schaden ermitteln

Das ist die Zahl, an der alles hängt, und die, bei der man sich am leichtesten verschätzt.

  • Vergleichbare Inserate suchen: gleiches Modell, gleiche Motorisierung, ähnliches Baujahr, ähnliche Laufleistung und Ausstattung, in Ihrer Region und bundesweit.
  • Angebotspreise sind keine Verkaufspreise: In Inseraten steht, was Verkäufer gern hätten. Ziehen Sie einen Verhandlungsabschlag ab und orientieren Sie sich eher an Autos, die schon länger inseriert sind.
  • Zustand ehrlich ansetzen: Rost, Dellen, abgefahrene Reifen oder eine bald fällige Hauptuntersuchung mindern den Wert auch dann, wenn der Motor repariert ist.
  • Bewertung einholen: Händler und Gutachter bewerten Autos. Ein Wertgutachten kostet Geld, lohnt sich aber bei teureren Autos.

Ein reparierter Motor hebt den Wert dabei kaum über den eines vergleichbaren Autos: Viele Gebrauchtwagenkäufer reagieren eher skeptisch auf Autos mit getauschtem Motor (AUTO BILD). Setzen Sie deshalb keinen Aufschlag für den „neuen“ Motor an.

Schritt 2: Die Reparaturkosten kennen

Ohne Diagnose keine Zahl. Lassen Sie den Schaden in einer Werkstatt feststellen und holen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag ein, bei großen Schäden zwei oder drei. Klären Sie, welcher Weg gemeint ist: gezielte Reparatur, Instandsetzung oder Austauschmotor.

Orientierung geben die Spannen im Artikel Motorschaden-Kosten, für einzelne Bauteile die Artikel zu Zylinderkopfdichtung, Steuerkette und Austauschmotor. Für Ihre Rechnung zählt aber das Angebot für Ihr Auto.

Rechnen Sie zur Reparatur hinzu, was sonst anfällt: Abschleppen, Standgeld, Mietwagen, eine fällige Hauptuntersuchung und einen Puffer für Unvorhergesehenes. Bei einem Motorschaden zeigt sich manches erst, wenn der Motor offen ist.

Schritt 3: Angebote für das Auto mit Schaden einholen

Den Restwert kennt niemand vorab. Er zeigt sich erst durch Angebote. Fragen Sie mehrere Käufergruppen mit denselben Angaben und Fotos an: spezialisierte Ankäufer, Händler, Exporthändler und, wenn Sie Zeit haben, private Schrauber über eine Anzeige. Wie Ankäufer rechnen und woran Sie unseriöse erkennen, steht im Artikel Motorschaden-Ankauf.

Zwei Grenzen helfen bei der Einordnung:

  • Nach oben: Kaum ein Käufer zahlt mehr als den Wert ohne Schaden minus die Reparaturkosten, denn er muss die Reparatur selbst tragen und will daran verdienen. Händler mit eigener Werkstatt oder Exporteure reparieren oft günstiger und können deshalb mehr bieten als ein Käufer, der in die Werkstatt muss.
  • Nach unten: Was ein Verwerter oder Exporthändler zahlt. Der reine Metallwert eines Autos ist gering; der ADAC nennt einen Schrottpreis von etwa 100 Euro pro Tonne, dem Recyclingkosten in ähnlicher Höhe gegenüberstehen (ADAC).

Ein Angebot, das ohne Besichtigung deutlich über allen anderen liegt, ist ein Warnzeichen: Oft schrumpft es bei der Abholung.

Der Rechner

Rechner: Reparieren oder verkaufen?

Geben Sie Ihre eigenen Zahlen ein. Der Rechner nutzt keine Preisdaten und speichert nichts.

Was vergleichbare Autos (Modell, Baujahr, Kilometer, Ausstattung) in Inseraten kosten, mit Abzug für Verhandlung

Gesamtsumme aus dem schriftlichen Kostenvoranschlag der Werkstatt, mit Mehrwertsteuer

Das höchste feste Angebot, das Sie für das Auto im jetzigen Zustand haben

z. B. Abschleppen, Standgeld, Mietwagen, fällige HU, Puffer für Unvorhergesehenes

Sobald die drei Pflichtfelder ausgefüllt sind, sehen Sie hier, was bei jedem Weg übrig bleibt.

So lesen Sie das Ergebnis

Der Rechner vergleicht zwei Wege:

  • Reparieren: Wert ohne Schaden minus Reparatur und weitere Kosten. Das ist, was Ihnen nach der Reparatur an Wert bleibt, egal ob Sie das Auto danach verkaufen oder weiterfahren.
  • Jetzt verkaufen: das beste Angebot für das Auto mit Schaden.

Der Vergleich gilt auch, wenn Sie weiterfahren wollen. Wer nicht repariert, muss sich ein anderes Auto kaufen. Ein gleichwertiges Auto kostet ungefähr den Wert ohne Schaden; den Verkaufserlös für das kaputte Auto können Sie dafür einsetzen. Der Wechsel kostet Sie also Wert ohne Schaden minus Angebot, die Reparatur kostet Reparatur plus weitere Kosten. Das ist dieselbe Rechnung.

Beispiel mit ausgedachten Zahlen: Ein Auto wäre ohne Schaden 6.000 Euro wert. Die Werkstatt verlangt 4.500 Euro für einen Austauschmotor, dazu kommen 300 Euro für Abschleppen und Standgeld. Ein Ankäufer bietet 1.000 Euro für das Auto im jetzigen Zustand.

  • Reparieren: 6.000 − 4.500 − 300 = 1.200 Euro
  • Verkaufen: 1.000 Euro

Nach diesen Zahlen bringt die Reparatur 200 Euro mehr. Bei so einem knappen Unterschied entscheiden die Punkte, die der Rechner nicht kennt.

Was der Rechner nicht weiß

  • Weitere Reparaturen: Stehen Kupplung, Bremsen, Zahnriemen oder Rostreparaturen an, gehören sie in die weiteren Kosten. Ein Auto mit neuem Motor und altem Rest bleibt ein altes Auto.
  • Das Risiko der Reparatur: Ist der Schaden größer als im Angebot, steigen die Kosten. Ein Festpreis senkt dieses Risiko.
  • Wie lange Sie das Auto fahren wollen: Wer es noch Jahre fährt, verteilt die Reparatur auf viele Kilometer. Wer bald verkaufen will, bekommt die Reparatur selten zurück.
  • Gewährleistung: Instandsetzer geben laut AUTO BILD auf überholte Motoren meist zwei Jahre (AUTO BILD). Bei einem Gebrauchtwagen als Ersatz haben Sie, je nach Verkäufer, weniger Schutz.
  • Ihren Aufwand: Ein Verkauf an einen Ankäufer ist schnell erledigt, eine Reparatur dauert. Ein Ersatzauto zu finden, kostet Zeit.
  • Persönliches: Viele Halter hängen an ihrem Auto. Das ist ein legitimer Grund, auch knapp unwirtschaftlich zu reparieren.

Keine 130-Prozent-Regel beim Motorschaden

Oft liest man, eine Reparatur lohne sich bis 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts. Diese Grenze gilt für Unfallschäden, die die Haftpflichtversicherung eines anderen bezahlt: Dann wird eine Reparatur übernommen, wenn sie den Wiederbeschaffungswert höchstens um 30 Prozent übersteigt, vollständig nach Gutachten erfolgt und Sie das Auto danach mindestens sechs Monate weiter nutzen (ADAC). Bei einem Motorschaden durch Verschleiß zahlen Sie selbst; dann zählt nur, was für Sie übrig bleibt. Mehr zu Unfallschäden im Artikel Unfallwagen verkaufen.

Wenn der Verkauf gewinnt

Zeigt die Rechnung, dass der Verkauf mehr bringt, finden Sie die Wege im Ratgeber Auto mit Motorschaden verkaufen. Was in den Vertrag gehört, steht im Artikel Kaufvertrag für ein Auto mit Schaden. Ist das Auto alt und hat eine hohe Laufleistung, lohnt der Blick auf den Export.

Quellen

Stand: November 2026, abgerufen am 07.11.2026. Der Rechner rechnet nur mit Ihren Eingaben; wie wir mit Kosten und Preisen umgehen, steht in unserer Methodik.